Das Spiel mit Artgenossen oder Herrchen und Frauchen, steht bei vielen Hunden hoch im Kurs. Jedoch ist es ein Irrtum zu glauben, das Spielfreudigkeit und Sozialverhalten dem Hund in die Wiege gelegt wurde. Auch unsere Vierbeiner müssen erst durch Spiel, bzw. im Spiel lebenswichtige soziale Regeln und Verhaltensweisen erlernen. Dazu zählt natürlich auch die eigenen Kräfte besser einzuschätzen und die Geschicklichkeit zu trainieren.

Verpasst oder unterbindet man das Spiel bei Welpen und jungen Hunden, so werden sie weder ihren Geist, noch ihr soziales Verhalten richtig ausbilden können- je nach dem in welcher sensiblen Phase der Entwicklung sie sich gerade befinden. Diese Tatsache hat auch nichs mit vergleichsweise schlechten Erbanlagen zu tun, es sind Verknüpfungen zwischen Nerven die durch fehlende Umweltreize und -einflüsse nicht richtig angelegt werden konnten. Das bedeutet das ein junger Hund der in seiner Kindheit nichts abwechslungsriches erlebt hat, in seiner späteren Ausbildung weniger aufnahmefähig sein wird, als einer, der stark gefördert wurde, indem er viel spielen durfte und mit seinem Herrchen und Frauchen viel erleben durfte.

Die beiden häufigsten Spiele sind Jagdspiele-bei denen der eine der gejagte ist und die anderen ihn jagen- und Balgereien, bei denen soziale Stellungen durchgespielt und Kräfte erprobt werden. Wichtig ist hierbei aber, ungenügend untergeordnete Hunde, tendenziell aggressive und besonders wilde Hunde, nicht zu solch einem Verhalten zu animieren!

Ziehspiele entstammen ebenfalls aus dem täglichen Hundespiel mit Artgenossen, meist spielen die Tiere untereinander mit Stöcken oder ähnlichem bis einer das Spielzeug verliert. Oftmals schließt sich daran eine Verfolgungsjagd an, bei der es darum geht das Spielzeug zurück zu erobern. Dem Ziehspiel ist das Zerreißspiel recht ähnlich, hierbei ist das Verhaltensmuster des Totschüttelns zu beobachten. Dieses zerreißen beendet oft ein vorangegangenes Ziehspiel-sofern sich das Zieh-Objekt zerreißen lässt bzw. es der Hund zerreißen darf.
Wichtig ist auch hier das dieses Spiel nicht empfehlenswert ist bei besonders wilden und aggresiven Hunden. Für diese Hunde sind Apport- und Suchspiele geeigneter, da diese mit einem gewissen Maß an Gehorsam verbunden sind!

Weitere Spielarten sind sogennannte Nachlaufspiele- hierbei geht es darum Jäger oder Gejagter zu sein, wobei die Postion von Jäger oder Gejagtem beliebig oft gewechselt wird. Spielt mann als Hundehalter dieses Spiel mit seinem Vierbeiner, sollte nur gewährleistet sein den Hund mit einem entsprechendem Kommando abrufen zu können, also das Spiel zu unterbrechen. Dies fördert nicht nur die Konzentration, sondern wirkt sich auch positiv auf die Mensch- Hund- Beziehung aus.

Such-und Apportierspiele können nicht nur im freien, sondern auch im Haus in mannigfaltigen Möglichkeiten ausgeübt werden. Zum Suchen bieten sich für den Hund zwei Möglichkeiten, zum einen kann er die Spur mit der Nase verfolgen, oder den Standort durch z.B einen Ruf mit seinem Gehör orten. An das Auffinden des verstecken Spielzeugs oder Gegenstanden schließt sich meist das Apportierspiel an. Dieses trainiert Geschicklichkeit, Schnelligkeit und natürlich Gehorsam, das er Dinge apportiert und diese auch “Aus” gibt. Wichtig ist hierbei, das der Vierbeiner das Spielzeug nicht einfach davon trägt. Hier ist Konsequenz gefragt, den der Hund unterscheidt nicht so genau zwischen Spiel und Arbeit, wenn ihm die Arbeit Spaß macht!

Buddel- Lauf-, und Geschicklichkeitsspiele sowie Wasserspiele, sind eine willkommene Abwechslung für die wärmere Jahreszeit. Fast alle Hunde lieben es mal im lockeren Sand graben zu dürfen, das können Herrchen und Frauchen wunderbar mit dem verstecken des Lieblingspieli’s verbinden. Die Krönung diese Spiel’s ist es dem Hund beizubringen, das gegrabene Loch wieder zu zuschütten…

Bis auf wenige Ausnahmen gehen fast alle Hunde gerne Schwimmen, entweder in Verbindung mit dem apportieren eines Wasserspielzeugs oder eines sogenannten Dummys, oder einfach nur um sich abzukühlen. Denken Sie daran, schwimen ist auch für Hunde ein anstrengenderer Sport als Laufen und es gilt ihn nicht zu überfordern.

Wichtig ist hierbei, Hunde welche vielleicht aufgrund schlechter Erfahrungen Wasser meiden, nicht aus falschem Ehrgeiz in das kühle Nass gar reinzuschmeißen oder mit der Leine zu zwingen! Hier sollte man diese Abneigung akzeptieren und sich mit anderen Spielen vergnügen.

Desweiteren gibt es noch Futterspiele, sie sind nicht nur zur Erziehung und zum beibringen von Tricks und Kommandos sinnvoll, sie gehören auch bei richtiger Anwendung zur artgerechten Auslastung. Denn wild lebende Hunde beschaffen sich so ihre Überlebensgrundlage. Die Jagd ist eine Form des Spiels und die Belohnung ist die Beute, welche schließlich als Nahrung dient. Deshalb sollten auch unsere Haushunde hin und wieder die Möglickeut haben sich ihr Futter zu erarbeiten, sei es durch ausbuddeln eines versteckten Knochens im Garten, oder durch das verstecken und verpacken von Leckerlies in z.B. Pappkartons, welche der Hund zerreißen muss. Auch hier sind der Kreativität des Hundehalters keine Grenzen gesetzt, Sie wissen schließlich am Besten was ihr Hund gerne hat!